
Eine aktuelle Reportage von SRF zeigt die schwierige Situation von Menschen mit ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom) in der Schweiz. Betroffene berichten von massiven gesundheitlichen Einschränkungen, die ihren Alltag und ihre Arbeitsfähigkeit stark beeinträchtigen. Dennoch erhalten viele von ihnen keine Unterstützung durch die Invalidenversicherung (IV).
Im Beitrag schildern Erkrankte, dass ihre Symptome häufig nicht ernst genommen oder falsch eingeordnet würden.
Hierzu sagt RA M. Unternährer, Advokaturgemeinschaft: "Der eigentliche Handlungsbedarf liegt bei den IV-Stellen, dass sie klare Facharztberichte, klare Berichte der Spitäler auch wirklich ernst nehmen und diesen nicht misstrauen. Das Misstrauen ist einfach vorhanden und man will diese Berichte der medizinischen Wahrheit nicht wirklich ernst nehmen. Häufig kann man schon aufgrund dieser Berichte sagen, ob die Person arbeitsfähig ist oder nicht."
Fachpersonen und Patientenorganisationen kritisieren seit Längerem, dass ME/CFS in der Schweiz noch immer zu wenig anerkannt werde. Sie fordern mehr medizinisches Verständnis, klarere Begutachtungsstandards und eine bessere soziale Absicherung für Betroffene.
Die Diskussion gewinnt zusätzlich an Bedeutung, da seit der Corona-Pandemie auch Long-Covid-Erkrankungen vermehrt ähnliche Symptome zeigen. Experten warnen deshalb vor einer steigenden Zahl von Menschen, die langfristig auf Unterstützung angewiesen sein könnten.